Erneut Hochsitz zerstört – Bürgermeister bittet um Wachsamkeit

Nicht erst seit den Bestrebungen der Gemeinde Stahnsdorf für eine gesetzliche Legitimation der Bogenjagd sehen sich die Jagdpächter der Jagdgenossenschaft Stahnsdorf-Kleinmachnow Angriffen ausgesetzt. Für sie gehört es nach eigenen Angaben seit vielen Jahren zur traurigen Normalität, beim Streifen durchs Pachtgebiet verbalen Attacken von Jagdgegnern ausgesetzt zu sein.

Seit Bestehen der Jagdgenossenschaft wurden Hochsitze angesägt, umgestoßen, sogar angezündet. Allein in den vergangenen anderthalb Jahren wurden fünf solcher Einrichtungen angegriffen und teils irreparabel geschädigt. Die Neuanschaffungskosten betragen zwischen 500 und 1.000 Euro, je nach Beschaffenheit. Auch Graffitischmierereien verzeichneten die Verantwortlichen, zuletzt im Frühjahr 2019 am Gemeindezentrum Stahnsdorf. Am 11. September 2020 meldeten die Jagdpächter nun einen weiteren zerstörten Hochstand im Landschaftsschutzgebiet Parforceheide.

"Trotz des sensiblen und polarisierenden Themas Jagd plädiere ich für einen sachlichen Umgang miteinander. Das Zerstören von Hochsitzen ist kein Kavaliersdelikt und auch kein ziviler Ungehorsam, sondern eine Straftat, die mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt werden muss", sagt Bürgermeister Bernd Albers. Er bittet Bürger, denen in der Nähe von Hochständen auffällige Beobachtungen machen, sich diese zu notieren und ggf. an die Polizei weiterzuleiten.

Derzeit gibt es im Ortsteil Stahnsdorf zwei Jagdpächter und zehn Jäger, im Ortsteil Güterfelde einen Jagdpächter und sieben Jäger. "Ich möchte, dass die Jäger ungestört ihrer Tätigkeit nachgehen können. Die Jagd ist als Maßnahme der Wildhege unverzichtbar, in Zeiten der Afrikanischen Schweinepest mehr als je zuvor. Immer wieder fühlen sich die Jäger jedoch in ihrer Arbeit massiv beeinträchtigt", so Albers.

(16.09.2020)

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