Stahnsdorf möchte "Familiengerechte Kommune" werden

Bei der bevorstehenden Bedarfsanalyse zum Audit auf der Haben-Seite: Der Schulcampus "Heinrich Zille" ist ein wichtiger Teil der Bildungslandschaft in der Gemeinde Stahnsdorf.
(Archivfoto: Gemeinde Stahnsdorf)

Die Gemeinde Stahnsdorf möchte sich als "Familiengerechte Kommune" zertifizieren lassen. Dieses Gütesiegel des gleichnamigen, in Bochum ansässigen Vereins dürfen Kommunen drei Jahre lang führen, sofern sie zuvor ein etwa einjähriges Auditverfahren erfolgreich durchlaufen haben.

Audits (Beschreibung als pdf) führen dabei in den Anfangsmonaten zunächst bereits bestehende Angebote und Bedarfe strategisch zusammen. Eine sechsmonatige Partizipationsphase mit starker Bürgerbeteiligung folgt, bevor in den übrigen drei Monaten Zielvereinbarungen in einem Beschluss festgeschrieben werden.

Je ein einleitender und abschließender Beschluss der Gemeindevertretung als feste Willensbekundung schaffen für diejenigen, die Familiengerechtigkeit für sich in Anspruch nehmen, einen verlässlichen Rahmen. Ziel ist eine gemeinsam mit allen Kräften, also Politik, Verwaltung und Verbänden/Vereinen, getragene Familienorientierung.

Schwerpunkt in dem Verfahren, das im engeren Verflechtungsraum Berlin-Brandenburg unter anderem bereits die Städte Hennigsdorf und Oranienburg erfolgreich durchliefen, ist in Stahnsdorf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

"Familiengerechtigkeit ist bei der Auswahl des Wohn- und Arbeitsortes zu einem harten Standortkriterium geworden. Stahnsdorf befindet sich in einem Wettbewerb darum, den Standard attraktiver Lebensbedingungen zu halten und erweitern", sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Im Audit, das Stahnsdorf bevorsteht, ergeben sich die folgenden sechs Handlungsfelder:

  • Steuerung, Vernetzung und Nachhaltigkeit

  • Familie und Arbeitswelt; Betreuung

  • Bildung und Erziehung

  • Beratung und Unterstützung

  • Wohnumfeld und Lebensqualität

  • Senioren und Generationen

Grafik: Familiengerechte Kommune e. V.

Im Gegensatz zur "familienfreundliche Kommune" handelt eine Gemeinde dann familiengerecht, wenn die lokalen Akteure in Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sich der Wirkungen ihres Handelns für Familien bewusst sind, diese Wirkungen in allen kommunalen Handlungsfeldern angemessen berücksichtigen und so die Rahmenbedingungen vor Ort aktiv und umfassend familiengerecht gestalten.

Hilfestellung, Beratung und Unterstützung durch die Kommune – auch und vor allem präventiv – sind Eckpfeiler der jetzigen und späteren Arbeit: Damit sollen Antworten auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen gefunden werden, wie zum Beispiel Alleinerziehende, Zugewanderte, sozial Benachteiligte, Kinderreiche, Patchworker und pflegende Angehörige.

Läuft zeitlich alles so wie derzeit geplant, kann Stahnsdorf 2017 mit und unter dem strategischen Planungs- und Führungsinstrument "Familiengerechte Kommune" als Gütesiegel arbeiten.

(01.02.2016)