Sprachförderung in der Gemeinde bis 2019 vom Bund unterstützt

Sprachförderpädagogin in der Gemeinde Stahnsdorf: Daniela Reder hat zwar ihr Büro in der Musik-Kita "Mäuseburg" eingerichtet, doch sie besucht auch regelmäßig vier weitere kommunale Kitas.
(Foto: Gemeinde Stahnsdorf)

Im Rahmen seines neuen Bundesprogramms "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" bewilligt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) der Gemeinde Stahnsdorf über einen Zeitraum von vier Jahren einen Betrag in Höhe von jährlich 25.000 Euro. Ein entsprechender Bescheid ging kürzlich im Stahnsdorfer Rathaus ein.

Das Geld ist in Stahnsdorf bestens angelegt, denn in den hiesigen sieben Kindertagesstätten ist seit 2012 mit Daniela Reder eine eigene Sprachförderpädagogin mit 30 Wochenstunden beschäftigt.

Die 34-jährige studierte Patholinguistin kümmert sich um die Sprachentwicklung aller Förderbedürftigen unter den aktuell gut 500 Kindern in den Kitas. Ein Angebot, das in der Region seinesgleichen sucht.

Frau Reders Büro befindet sich in der Musik-Kita "Mäuseburg", doch ihr Arbeitsradius erstreckt sich auf alle Kitas in Stahnsdorf. Im zweiwöchigen Rhythmus besucht sie auch die Kneipp-Kita "Waldhäuschen" sowie die Kitas "Spatzennest", "Buddelflink" und "Im Regenbogenland".

Für Stahnsdorf ist der jetzige positive Förderbescheid eine Anschlussförderung, denn Frau Reders Arbeit wird bereits seit ihrem Dienstantritt in der Gemeinde finanziell unterfüttert, damals noch im Rahmen des BMFSFJ-Vorgängerprojekts "Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" (Förderzyklus 2011-2015).

"Mit unserer Sprachtherapeutin gehen wir den richtigen Weg, nämlich bereits in Kita und Vorschule einen genaueren Blick auf die richtige Sprachentwicklung zu werfen. Davon profitieren die Kinder enorm", sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Elternfragebögen, die bereits bei der Aufnahme in die Kita ausgereicht werden, verschaffen der Sprachförderpädagogin zunächst ein Bild vom Sprachschatz in der häuslichen Umgebung. Meldungen der Erzieher und die regelmäßige Spontansprachanalyse durch Sprach- und Wortschatzspiele in den jeweiligen Gruppen ergänzen Daniela Reders Bild vom Sprachstand der Krippen-, Kita- und Vorschulkinder.

Die Ergebnisse vergleicht sie mit den nach neuestem Stand der Forschung ermittelten Sprachstandstabellen. Gibt es Abweichungen, führt sie einerseits Gespräche mit den Erziehern und lädt andererseits die Eltern zu Gesprächen, um eine optimale Unterstützung der Kinder beim Spracherwerb zu gewährleisten. Etwa 70 Prozent aller Eltern geht auf Anhieb auf dieses Angebot ein.

Jüngere wissenschaftliche Studien ergaben, dass sich Eltern in Deutschland täglich nur acht Minuten in den direkten Dialog auf Augenhöhe mit ihrem Kind begeben – darin sind beispielsweise Anweisungen nicht eingerechnet. Daniela Reder wünscht sich, dass Eltern deutlich mehr Zeit in die Sprachförderung investieren. Lieder, Fingerspiele und das bewusste Eingehen auf das Interesse des Kindes in den jeweiligen täglichen Gesprächssituationen gehören dazu.

(06.04.2016)

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Hintergrund: Bundesförderprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist"

  • im Januar 2016 startete das neue Bundesprogramm "Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist" des BMFSFJ

  • das Ministerium fördert damit Chancengleichheit durch alltagsintegrierte sprachliche Bildung als festen Bestandteil in der Kindertagesbetreuung

  • das Programm richtet sich an Kitas, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem sprachlichem Förderbedarf besucht werden

  • Schwerpunkte sind neben der sprachlichen Bildung die inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien

  • Sprach-Kitas werden einerseits durch zusätzliche Fachkräfte mit Expertise im Bereich sprachliche Bildung verstärkt, die die Erzieher beraten, begleiten und unterstützen , andererseits finanziert das Programm eine zusätzliche Fachberatung, die kontinuierlich und prozessbegleitend die Qualitätsentwicklung in den Sprach-Kitas unterstützt

  • von 2016 bis 2019 stellt der Bund jährlich bis zu 100 Millionen Euro für die Umsetzung des Programms zur Verfügung