Sehenswerte Zille-Exposition mit Eindrücken aus dem "Milljöh"

"Berliner Strandleben" (1912) von Heinrich Zille - ein Werk von vielen in der aktuellen Ausstellung.
(Grafik: Soziokultureller Verein "Eins A")

Der Soziokulturelle Verein "Eins A" stellt kurzfristig eine Ausstellung anlässlich des 87. Todestages Heinrich Zilles auf die Beine. Sie wird ab dem 1. August und noch bis Mitte September 2016 im Foyer des Gemeindezentrums Stahnsdorf, Annastraße 3, zu sehen sein. Federführend bei der Ausstattung der Exposition waren Cartoonist und Maler Bernd Zienicke sowie der Eins-A-Vorsitzende Eberhard Trodler am Werk.

Präsentiert werden unter anderem noch nie gezeigte Raritäten aus Zienickes Fundus. Dem Teltower Künstler mit Atelier in Stahnsdorf kam Anfang der 1980er Jahre durch seine ehrenamtliche Tätigkeit auf dem Südwestkirchhof an Heinrich Zilles Grab die Idee, die vielen Schwarz-Weiß-Bilder des Berliner Zeichners, Illustrators und Fotografen (1858-1929) aus dem Buch "220 Berliner Bilder – Kinder der Straße – Mein Milljöh" (1925) nach eigenen Vorstellungen nur für sich zu Hause zu kolorieren.

Die "Zille-Gören" Emma und Emil wurden von Emma Maria Lange (1921-2016) geschaffen. Sie stehen seit 2014 auf dem Dorfplatz und sind einer Zeichnung des "Pinsel-Heinrichs" nachempfunden.
(Archivfoto: Gemeinde Stahnsdorf)

Mehr als drei Jahrzehnte lagen die Werke weitgehend unbemerkt in Zienickes Wohnung. Dank der freundlichen Genehmigung des Künstlers kann der Soziokulturelle Verein "Eins A" nun durch eigens angefertigte Kopien der Originale den langjährigen Dornröschenschlaf der Kreationen beenden. Erstmals werden Zienickes Zille-Zeichnungen der Öffentlichkeit zugänglich sein. Derzeit werden die Bilder gerahmt und für die Ausstellung präpariert. "Wir freuen uns außerordentlich, dass diese einzigartigen Werke in unserem Rathaus zu sehen sind", sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Für die Ausstellung wurden neben Zienickes Arbeiten auch etwa 30 Bücher zum Thema Zille sowie Fotografien und Stücke aus der Ausstellung "Heinrich Zille – Kinder der Straße" zusammengetragen. Letztere wurde 2008 von der Akademie der Künste Berlin anlässlich Zilles 150. Geburtstag in Kooperation mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin veranstaltet.

Ein interessantes Fundstück daraus, so Vereinsvorsitzender Trodler, sei etwa Zilles Lebenslauf. Die damals von den Berliner Kollegen zusammengetragenen Details würden Zilles Vita, wie sie seit 2014 in Bronze gegossen den Stahnsdorfer Dorfplatz ziert, um einige wichtige Aspekte ergänzen.

Auch Zilles Skizze, auf deren Basis die kürzlich verstorbene Kleinmachnower Künstlerin Emma Maria Lange ihre "Zille-Gören" modellierte – diese stehen ebenfalls seit 2014 als Skulptur auf dem Dorfplatz – können die Besucher betrachten. Prädikat: Äußerst sehenswert!

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte dem vom Soziokulturellen Verein "Eins A" zur Verfügung gestellten Plakat zur Ausstellung!

(29.07.2016)