S-Bahn: Bund würde Großteil der Kosten tragen


Der Bund steht zu seiner Zusage, seinen Anteil für den Bau der S-Bahn von Teltow nach Stahnsdorf zu erbringen, bekräftigte Katharina Reiche, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, am Montag gegenüber der Initiativgruppe "Regionale Infrastruktur Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf" (RITKS). Dabei handelt es sich um eine vom Unternehmerverband Berlin-Brandenburg (UVBB) ins Leben gerufene Interessenvertretung, der auch Bürgermeister Bernd Albers sowie seine Amtskollegen Michael Grubert aus Kleinmachnow und Thomas Schmidt aus Teltow angehören.

Die drei Kommunen leisten dem dringend benötigten Ausbau des schienengebundenen Personennahverkehrs aktuell Vorschub, indem sie die Erstellung einer Machbarkeitsstudie finanzieren. Den Beschluss für die Machbarkeitsstudie wollen die Stahnsdorfer Gemeindevertreter am 22. Mai 2014 fassen. Die Zusage von Frau Reiche bedeutet, dass 60 Prozent der Kosten vom Bund übernommen werden, 40 Prozent muss das Land finanzieren.

Das Ergebnis des Treffens stärkt auch die Zuversicht von Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers, der sich seit Amtsantritt 2008 um einen S-Bahn-Wiederanschluss der Gemeinde bemüht. "Der Bund streckt seine Hand weit aus und das Land Brandenburg muss nun zugreifen. Ich bin überzeugt, dass wir mit unserer Machbarkeitsstudie einen ersten wichtigen Schritt machen, um die Bedeutung der S-Bahn für Stahnsdorf und die 60.000 Menschen in unserer Region zu untermauern", so Albers, der zuversichtlich ist, das seit langem gesteckte Ziel eines S-Bahn-Anschlusses für Stahnsdorf zu erreichen.

Albers steht in regelmäßigen Austausch mit dem Infrastrukturministerium des Landes Brandenburg und schrieb erst vor wenigen Tagen erneut an Minister Jörg Vogelsänger, ob dieser für eine S-Bahn-Anbindung nach Stahnsdorf einen Antrag auf Fördermittel für SPNV-Projekte nach dem Regionalisierungsgesetz stellen wird. Die Antwort aus Potsdam steht derzeit noch aus.

Ziel der Initiativgruppe RITKS ist und bleibt es, die S-Bahn-Verlängerung aus Teltow in den Landesverkehrsplan und in den neuen Koalitionsvertrag im Herbst 2014 aufzunehmen. "In Zusammenarbeit mit allen Arbeitgebern, Verbänden und den Menschen in der Region muss der Parteienegoismus überwunden werden", so Bürgermeister Albers. Es gehe darum, wo die Menschen der Region hinfahren wollen und nicht, wo Landtagskandidaten wohnen.

Grundlagen für die Forderungen nach einem S-Bahn-Anschluss sind das Regionale Standortentwicklungskonzept TKS (2010) sowie das darauf aufsetzende Integrierte Verkehrsentwicklungskonzept TKS aus dem Jahr 2013. Beide Studien weisen nach, dass die jetzt schon vorhandenen Probleme im Personennahverkehr sowohl für die täglich nach Berlin und Potsdam pendelnden Menschen belastend als auch der Entwicklung des Wirtschaftsstandortes abträglich sind.