Reibungslose Demontage und Abtransport der Friedhofsbahn-Brücke

Fotografen gaben sich in den letzten Herbsttagen 2018 ein Stelldichein am Teltowkanal nahe Dreilinden. Mancher Zeitgenosse begleitete in jenen Tagen nicht ohne Wehmut die Demontage der mehr als 100 Jahre alten Friedhofsbahn-Brücke. Sie wurde zunächst in einem Stück von einem schweren Kran aus ihren Verankerungen gehoben und auf einem Transportschiff abgelegt. Mehrere Stunden dauerte dieser Vorgang, denn es war Millimeterarbeit, die hier gefordert wurde.

Am Montag, 26. November 2018, hatte das von der Deutschen Bahn AG beauftragte Bauunternehmen begonnen, den Abbau der Eisenbahnüberführung der ehemaligen "Friedhofsbahn" über den Teltowkanal vorzubereiten. Um die dafür erforderliche Sperrung des Teltowkanals so kurz wie möglich zu halten, wurde auch in der Nacht gearbeitet. Die Arbeiten erfolgten vom Wasser aus, wobei ein schwimmender Spezialkran zum Einsatz kam, der am Dienstag, 27. November 2018, das tonnenschwere Stahlskelett an den Haken nahm.

Fotos: Gemeinde Kleinmachnow

Erst am Dienstagabend lag die Brücke schließlich sicher auf einem Leichter. Dort wurde sie bereits in der Nacht zum Mittwoch in der Mitte geteilt. Bis zum Donnerstagmorgen, 29. November 2018, zerlegten die Arbeiter die Stahlkonstruktion weiter, bis diese schließlich zur Verschrottung nach Brandenburg/Havel verschifft werden konnte.

Die Brückenwiderlager an den beiden Ufern bleiben erhalten, denn die Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf haben die Bahntrasse gekauft, um sie frei für eine mögliche erneute Inbetriebnahme zu halten. Darauf, auch die Brücke selbst zu erhalten, verzichteten beide Kommunen aufgrund des maroden Zustands und der immensen Kosten einer Instandhaltung. Sollte auf der Trasse künftig wieder eine Bahn verkehren, wäre ohnehin ein Brückenneubau erforderlich.

Die 1913 eröffnete und nur gut 4,2 Kilometer lange S-Bahn-Strecke von Berlin-Wannsee nach Stahnsdorf war bis zum Mauerbau 1961 in Betrieb. "Friedhofsbahn" wurde sie genannt, da mit ihr viele Berliner Verstorbene zu letzten Ruhestätte auf dem Südwestkirchhof transportiert wurden, und natürlich auch die Angehörigen die Strecke für Besuche nutzten.

(04.12.2018 / mit Material Gemeinde Kleinmachnow)