"Potenzial endlich anerkennen"


Prosperierende Region stagnierende Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs? Verkürzt lässt sich so die Antwort der brandenburgischen Landesregierung auf die kleine parlamentarische Anfrage in Sachen S-Bahn nach Stahnsdorf wiedergeben, gestellt von der Landtagsabgeordneten Marion Vogdt aus Kleinmachnow am 25. Mai dieses Jahres. Darin deutlich wiederzuerkennen ist allenfalls die beharrliche Position des Infrastrukturministeriums. Kurz-bis mittelfristig sieht die Landesregierung kein Potenzial für die Strecke, erkennt aber immerhin die aufstrebende Rolle der Region TKS an: "Die wirtschaftliche Entwicklung der Region wird aufgrund der Lagegunst positiv gesehen", heißt es in dem Antwortschreiben. Das derzeitige Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln im Raum TKS sei angemessen.

"Land soll endlich Potenzial der Strecke anerkennen"

Dass die Verkehrssituation auf den Weg zur Arbeit nicht so rosig ist wie von der Landesregierung dargestellt, wissen die fast 60.000 Einwohner der Region Stahnsdorf, Kleinmachnow und Teltow aus eigener Erfahrung. "Die schnellstmögliche Aufnahme der S-Bahn-Anschlusses für die Gemeinde Stahnsdorf in den Landesnahverkehrsplan Brandenburg muss Priorität haben, nicht nur für unsere Gemeinde selbst, sondern auch für das Land, wenn es endlich das Potenzial dieser Strecke anerkennen würde", sagt Bürgermeister Bernd Albers. Er werde weiter unablässig an vorderster Front für einen S-Bahn-Anschluss der Gemeinde kämpfen.

Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht

Derzeit bereitet Stahnsdorf in Zusammenarbeit mit seinen Nachbarn Kleinmachnow und Teltow eine Machbarkeitsstudie vor, die technische Voraussetzungen für eine Verlängerung der S-Bahn vom Bahnhof Teltow Stadt zur Sputendorfer Straße (Gewerbegebiet) und weiter bis zur Potsdamer Allee sowie zur Landesgrenze Berlins (Ringschluss) darstellen soll. Für die Maßnahme sind insgesamt 30.000 Euro in die Haushalte der drei Kommunen eingestellt.
Die Landtagsabgeordnete Vogdt hat derweil eine Nachfrage zu ihrer kleinen parlamentarischen Anfrage angekündigt, da ihr die Antworten des Infrastrukturministeriums unzureichend erscheinen.