Pausbacken wachen über den Dorfplatz


"Die ersten Kinder spielen bereits dort. Wenn das nicht identitätsstiftend ist", fasste es Stahnsdorfs Aushängeschild der Kunstszene, Eberhard Trodler vom Soziokulturellen Verein Eins A (Eins A), zusammen. Er richtete seine Worte an die rund 250 Gäste bei der Enthüllung des Bronzeabbildes einer Tonfigurengruppe Emma Maria Langes am Samstag auf dem Dorfplatz Stahnsdorf. Lange ist vielen Menschen als Schöpferin der Handpuppen Pittiplatsch, Schnatterinchen sowie Herr Fuchs für den Deutschen Fernsehfunk bekannt und auch unter dem Spitznamen "Puppen-Lange" in Erinnerung. Ihr Werk hat seit Samstag seinen Platz auf dem südwestlichen Dorfplatz nahe dem Teich gefunden. Es ist an das Leben und Schaffen des Berliner Künstlers Heinrich Zille angelehnt, dessen Ehrengrabmal auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf zu finden ist.

Namensfindung der "Gören" bis zum 6. September

Mit den Händen begreifen das lebten die ersten Kinder am Samstag beim Festakt, zu dem neben Vertretern von Eins A auch Bürgermeister Bernd Albers und die 93-jährige Künstlerin selbst gekommen waren. Auch eine Grußbotschaft der in Südafrika lebenden Zille-Nichte Helen wurde verlesen. "Zwei Jahre Arbeit sind heute zu einem schönen Ende geführt worden", sagte Christiane Golz (Eins A). "Frau Lange hat mit diesem Kunstwerk ein echtes Vermächtnis geschaffen", ist sich Bürgermeister Albers sicher. Die abstrakte Diskussion um die Figuren sei nun konkret und jeder könne sich eine echte Meinung über die Wirkung des Ensembles am Standort bilden. In den kommenden Monaten wolle man nun Namensvorschläge für die "Gören" sammeln und ein Ergebnis im Rahmen der Festwoche "750 Jahre Stahnsdorf" am 6. September beim Dorffest präsentieren, so Albers.

Viele fleißige Hände und Geldgeber waren am Projekt beteiligt

Das Kunstensemble beinhaltet neben der Figurengruppe auch eine Bronzetafel mit einem handgeschriebenen Lebenslauf Zilles sowie zwei neue Sitzbänke und einen Papierkorb. Rund 23.000 Euro haben Vorbereitung und Fertigung gekostet, wozu die Gemeinde Stahnsdorf 7000 Euro hinzusteuerte. 4500 Euro Fördermittel kamen vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg, weitere 9000 Euro gab die Sparkasse. Bürger und Unterstützer beteiligten sich mit Spenden in Höhe von 1300 Euro. Den noch fehlenden Betrag übernahm Eins A, der auch die Projektkoordination inne hatte. Die Handwerks- und Vorbereitungsarbeiten für die gelungene Veranstaltung übernahmen eine Bronzegießerei aus Altlandsberg, eine Werkstatt für behinderte Menschen in Schönfließ (Sitzbänke) sowie eine Steinmetzfirma (u. a. Sockelarbeiten) und die Freiwillige Feuerwehr aus Stahnsdorf (Heckenumsetzung).

Nachfolgend einige Impressionen vom Festakt.