Munition kontrolliert gesprengt - keine Zwischenfälle

Ordnungsbehörde und Polizei richteten den Sperrkreis ein und sicherten diesen.

Schnell und ohne Komplikationen ist am Mittwochmorgen die Sprengung von einer halben Tonne Altmunition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz an der Alten Potsdamer Landstraße erfolgt. Bei der systematischen Suche und Beräumung der Fläche, auf der sich künftig die Reiterstaffel der Bundespolizei ansiedeln wird, holte der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg seit Ende Januar 2,5 Tonnen explosive Altlasten aus dem Boden.
Dabei handelte sich um Panzerminen, Panzerfäuste, Flak- und Handgranaten, Zünd- und weiteres Kleinmaterial, das fast ausschließlich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammte. Da von der Gesamtmenge nur zwei Tonnen transportfähig waren, musste der Rest unweigerlich vor Ort gesprengt werden.
Um 7.30 Uhr erhielten die an der Einrichtung des Sperrkreises beteiligten Kräfte aus Verwaltung und Polizei, aber auch die zwölf Kameraden der Ortswehr Stahnsdorf, eine Einweisung von Truppenführer Mike Schwitzke, der die Sprengung verantwortete. Auch Einsatzleiter Steffen Weickert erteilte letzte Anweisungen an die Helfer.

Nach der Aufhebung des Sperrkreises dankte Bürgermeister Bernd Albers dem Sprengmeister Mike Schwitzke für dessen umsichtige Arbeit.

Ab 8 Uhr wurden Zufahrten und Zuwegungen für die Öffentlichkeit abgeriegelt, sodass der Sperrkreis planmäßig um 9 Uhr stand. Nach letzten Verkabelungen gab Sprengmeister Schwitzke um 9:07 Uhr das akustische (Heulton) und optische Signal (Leuchtrakete), dass die Sprengung unmittelbar bevorsteht.
Kurz darauf knallte es vier Mal dumpf und bereits um 9:25 Uhr konnte nach eingehender Prüfung der Sprengstelle die Genehmigung zum Abbau des Sperrkreises gegeben werden.
Bürgermeister Bernd Albers dankte Schwitzke für die umsichtige Arbeit und das hervorragende Zusammenwirken von dessen Einheit mit der Verwaltung und den beteiligten Kräften.

(25.03.2015)

Hintergrund

  • Anhand der Auswertung von Luftbildern aus dem Jahr 1945, der Art/Zusammensetzung und Auffindesituation (Sammelgruben, keine Einzelfunde) vermutet der Kampfmittelbeseitigungsdienst, dass vor Ort in den letzten Kriegstagen Munition, die zur Ausbildung von Panzervernichtungstrupps für den "Deutschen Volkssturm" benutzt wurde, eilig von der Wehrmacht entsorgt wurde.

  • Neben den 2,5 Tonnen Munition wurden bei der systematischen ferromagnetischen Suche auf dem Gelände auch sechs Tonnen ungefährlicher "Zivilschrott" gesichert und zum Händler gebracht.

  • Die ergiebigsten Funde machte der Kampfmittelbeseitigungsdienst nahe der Straße, direkt hinter dem Baumgürtel: Dort wurden unter anderem mehrere tausend Schuss Infanteriemunition und diverse Panzerminen ausgegraben. Auch im hinteren Teil des Geländes waren viele Teile verbuddelt.

  • Die Wände der Sprenggruben wurden zur Wasserseite angeschrägt, sodass sich der Druck, der bei der Explosion aufgebaut wurde, größtenteils in Richtung Teltowkanal entladen konnte. Sprengmeister Schwitzke überwachte das Geschehen an der Alten Potsdamer Straße in rund 300 Metern Entfernung. Nach Aussage des Kampfmittelbeseitigungsdienstes gab es keinerlei Schäden an Häusern.