Momper und Albers tauschen sich über Einzelhandelskonzept aus

Ex-Regierender verschafft sich im Gemeindezentrum einen Überblick über die Gemeinde

Der Ex-Regierende Walter Momper und Bürgermeister Bernd Albers tauschten sich zum regionalpolitisch intensiv diskutierten Einzelhandelskonzept aus.
(Foto: Gemeinde Stahnsdorf)

Der ehemalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, auch der "Mann mit den roten Schal" genannt, kam in dieser Woche zu einem Arbeitsbesuch nach Stahnsdorf. Mit Bürgermeister Bernd Albers diskutierte er im Gemeindezentrum die dynamische Entwicklung Stahnsdorfs in den letzten zwei Jahrzehnten und der sich daraus ergebenden Potenziale.

Von 1989 bis 1991 war Momper Regierender Bürgermeister von Berlin. In dieser Zeit gestaltete er die Zeit des Mauerfalls und die dynamischen Veränderungen der heutigen Bundeshauptstadt aktiv mit. Bürgermeister Bernd Albers beschrieb Momper seine Vorhaben für Stahnsdorf wie etwa den Feuerwehrneubau, die Verbesserung der Sport –und Bildungsinfrastruktur sowie die Attraktivitätssteigerung am historischen Dorfanger.

Das Einzelhandelskonzept im Spiegel des Landesentwicklungsplanes Berlin-Brandenburg

Das derzeit im politischen Raum diskutierte Einzelhandelskonzept war ebenfalls Gegenstand des Arbeitsgesprächs. Derartige Konzepte könnten immer dann sinnvoll sein, wenn eine Steuerungsfunktion erforderlich wäre. In Stahnsdorf seien jedoch durch den seit 2012 wirksamen Flächennutzungsplan (FNP) die Standorte und Achsen definiert, an denen Einzelhandel möglich ist, so Albers.

Interessant sind die Fragen auch aufgrund der derzeitigen Entwicklung im Bereich der gemeinsamen Landesplanung Berlin-Brandenburg. Nachdem bereits die Verwaltungsgerichte den Landesentwicklungsplan für Berlin und Brandenburg (LEP-BB), der auch Aussagen für den Einzelhandel trifft, für ungültig erklärt haben, warten derzeit alle Kommunen auf die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg.

Szenarienanalyse für Ort - Experte Momper erkennt in Stahnsdorf großes Potenzial

Der LEP-BB lässt bekanntlich großflächigen Einzelhandel lediglich in Mittelzentren zu. Damit ist in der Region TKS bislang nur in Teltow die Ansiedlung von Vollversorgern möglich, die ein breiteres und tieferes Warensortiment als Discounter bieten. Auf dem LEP-BB aufbauend, formt die Regionalplanung diese Regelungen aus. Einige Juristen gehen von einer Dominotheorie aus, nach der auch die Regionalpläne fallen, sobald der LEP-BB kippt. Dies könnte dann für Stahnsdorf theoretisch neue Handlungsoptionen eröffnen. Gleichwohl entfaltet nach wie vor der Stahnsdorfer FNP auch für den Bereich Einzelhandel seine steuernde Wirkung.

Die Auswirkungen aller möglichen Szenarien für die Einzelhandelslandschaft in der Region, insbesondere von Stahnsdorf, wurden im weiteren Gespräch beleuchtet. Experte Momper, der auch in der Projektentwicklung tätig ist, sieht für Stahnsdorf gute Entwicklungs- und Wachstumschancen. Diese könnten künftig auch weitere Einzelhandelsansiedlungen sinnvoll und erforderlich machen.

(12.01.2016)