Mehr Abstand zu Windenergieanlagen gefordert

Bürgermeister Bernd Albers gab mit seiner Unterschrift im Sachbereich Meldewesen den Startschuss für die Eintragung zum Volksbegehren "Volksinitiative für größere Mindestabstände von Windrädern sowie keine Windräder im Wald".
(Foto: Gemeinde Stahnsdorf)

Mit der ersten Unterschrift durch Bürgermeister Bernd Albers auf den seit heute ausliegenden Eintragungslisten startete auch in der Gemeinde Stahnsdorf das Volksbegehren "Volksinitiative für größere Mindestabstände von Windrädern sowie keine Windräder im Wald". Bis zum 6. Juli 2016 können sich die Bürger im Gemeindezentrum eintragen – oder alternativ per Brief.

"Windräder haben innerhalb des Berliner Autobahnrings nichts zu suchen. Da wir sie nicht verbieten können, müssen wir wenigstens dafür sorgen, dass sie so weit weg wie möglich von unseren Häusern stehen", sagt Albers. Für das Landschaftsbild im Allgemeinen, und ganz besonders im Ortsteil Sputendorf, hätten Erfolg oder Misserfolg des Begehrens eine ganz erhebliche Wirkung.

Die Gemeinde Stahnsdorf arbeitet derzeit an einem Bebauungsplan, mit dem sie die Ansiedlung von Windkraftanlagen (WKA) im Gemeindegebiet steuern möchte. Damit soll unter anderem die zulässige Höhe der Anlagen reduziert werden. Weiterhin sollen mit dem B-Plan Festsetzungen für Flächen und Maßnahmen zum Ausgleich der Eingriffe in Natur und Landschaft getroffen werden, die vorrangig im Gemeindegebiet erfolgen sollen.

Die Gemeinde Stahnsdorf verfügt mit dem Entwurf eines sachlichen Teil-Flächennutzungsplans "Windenergienutzung" (TFNP Wind) über ein weiteres stadtplanerisches Gestaltungsinstrument, das sie zur Rechtskraft bringen kann, sofern der Regionalplan Havelland-Fläming seine Wirkung verlieren sollte. Letztgenannter regelt derzeit die Zulässigkeit von WKA. Es besteht jedoch die Gefahr, dass er mit der drohenden Aufhebung des Landesentwicklungsplanes Berlin-Brandenburg seine Wirkung verliert.

Falls dies geschieht, haben Gemeinden ohne TFNP Wind oder entsprechend gestaltende Bebauungspläne keine Möglichkeiten, WKA zu steuern. Umso bedeutender ist der Ausgang des nun gestarteten Volksbegehrens für die Lebensqualität auch der Stahnsdorfer.

(07.01.2016)

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Hintergrund: Vogelfauna als weiteres Kriterium

Ein weiteres Kriterium für die Zulässigkeit von WKA ist die vorhandene Vogelpopulation. Nachdem der Ortsbeirat Sputendorf und die Verwaltung weitere Hinweise auf zu schützende Arten erhielten, beschloss die Gemeindevertretung im Oktober 2015, ein weiteres Vogelschutzgutachten in Auftrag zu geben.

Dieses avifaunistische Gutachten wird aktuell erarbeitet, um die Existenz schutzwürdiger Arten vor Ort zu prüfen. Bereits 2014 hatte sich ein fachkundiger Ornithologe im Auftrag der Verwaltung mit der Untersuchung von Zug- und Rastvögeln befasst.