Längste Mieterin der Boschsiedlung ausgezogen

Zu den angenehmen Pflichten eines Bürgermeisters gehört es, Menschen im hohen Lebensalter zum Geburtstag zu beglückwünschen, aber auch treu verbundenen Eheleuten anlässlich hoher Hochzeitsjubiläen einen Besuch abzustatten.

In Stahnsdorf ist dies einerseits ab dem 90. Geburtstag ─ und weitergehend in Fünferschritten ─ der Fall sowie andererseits bei Goldenen Hochzeiten (50 Jahre), Diamanthochzeiten (60) und weiter in Fünf-Jahres-Schritten zum Beispiel zur Eisernen (65) oder zur Gnadenhochzeit (70).

Zuletzt war dies bei den Eheleuten Christa und Gerd Zorn der Fall, die am 21. August 2017 ihren 50. Hochzeitstag feierten. Bürgermeister Bernd Albers nahm sich die Zeit, um mit den beiden Treuvermählten ausgiebig über das Leben in Stahnsdorf zu sprechen. Dabei erfuhr er unter anderem auch äußerst Interessantes von der Mutter des Bräutigams, die man aufgrund ihrer persönlichen Lebensgeschichte wahrhaftig als Stahnsdorfer "Urgestein" bezeichnen kann.

Auszug aus dem Mietvertrag der längsten Bewohnerin der Bosch-Siedlung, Erika Zorn (Quelle: privat)

Erika Zorn, die erst vor wenigen Wochen in eine Seniorenwohnanlage nach Teltow verzog, lebte seit dem 3. November 1942 zur Miete in der Boschsiedlung und war mit sage und schreibe 75 Jahren Aufenthaltsdauer somit deren längste Mieterin. Ihren Vertrag für die Eineinhalb-Zimmer-Wohneinheit im Obergeschoss der damaligen Herbert-Norkus-Straße* unterzeichnete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Erich. Monatsmiete im Erstbezug waren damals übrigens 41,50 Reichsmark.

* Seit der Nachkriegszeit trägt die einst nach dem Hitlerjungen Herbert Norkus benannte Straße den Namen der NS-Widerstandskämpferin und Rote-Kapelle-Mitglieds Anni Krauss.

(05.09.2017)