Bushaltestellen „Vis à vis“ von Christian Roehl wiedereröffnet

v.l.n.r.:
Peter Ernst, Bürgermeister Bernd Albers, Alice Bahra

Sie sind ein Schutz vor Sonne, Regen und Sturm und Schnee: Vor allem jedoch sind sie ein Unikat, und sie sind das Kunstwerk unter allen Wartehäuschen in der Region TKS: Die vom 2013 verstorbenen Stahnsdorfer Künstler Christian Roehl geschaffenen Bushaltestellen mit dem bezeichnenden Namen „Vis à vis“. Seit ihrer erstmaligen Installation im Dezember 1991 standen sie auf gegenüberliegenden Straßenseiten an der Potsdamer Allee, der ehemaligen Landesstraße 76, im Güterfelder Siedlungsteil Kienwerder.

Nach ihrer liebevollen Restauration – die Häuschen waren im Zuge des Rückbaus der Straße zwischen Stahnsdorf und Güterfelder Eck demontiert worden – weihten Roehls Witwe Alice Bahra sowie der ehemalige Gemeindevertreter Peter Ernst und Bürgermeister Bernd Albers am heutigen Donnerstag „Vis à vis“ feierlich ein.

„Die einzigartigen Häuschen sind eine Zierde für die Gemeinde. Mögen die Haltestellen Wind und Wetter möglichst lange widerstehen“, sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Darin macht Verweilen Freude:
Eine der beiden restaurierten Bushaltestellen an der Potsdamer Allee, Ecke Stolper Weg

Aufmerksamkeit für den Südwestkirchhof, wo er selbst von 1968 bis zu seinem Tod in der dort beheimateten Schmiede arbeitete, und für die Schönheit abseits der Straße zu schaffen – das war die Idee und die Roehl’sche Vision, die hinter „Vis à vis“ steckt.

Die beiden Bau- und Kunstwerke erfüllten vor ihrer Demontage diesen Zweck, und sie tun es erst recht nach ihrer Aufarbeitung. In die Sanierung mit Schmiedearbeiten und einem neuen Graffitischutz-Farbanstrich investierte die Gemeinde Stahnsdorf gut 35.000 Euro.

Darüber hinaus installierte ein Potsdamer Handwerksbetrieb kurz vor der Eröffnung auf eigene Kosten eine Schutzverglasung. Diese ist nicht nur attraktiv, sondern auch praktisch, weil sie den Wetterschutz der Wartenden nochmals verstärkt.

(18.06.2015)

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Hintergrund

  • Neben „Vis à vis“ weisen in Stahnsdorf die Skulpturen „Aufrecht“ am Gemeindezentrum sowie „Aufstehen-Einfallen“ am Vicco-von-Bülow-Gymnasium besonders öffentlichkeitswirksam auf das jahrzehntelange Schaffen Christian Roehls im Ort hin.

  • An der Haltestelle „Güterfelde, Kienwerder“ halten derzeit im Zehn-Minuten-Takt (außer am Wochenende) die Buslinien 601 und X1 der Beelitzer Verkehrs- und Servicegesellschaft. Beide verkehren auf unterschiedlichen Routen zwischen Teltow und dem Potsdamer Hauptbahnhof.