140 Künstler im Dienst der guten Sache



Zum ersten Mal seit 2003 wird es wieder eine "Kulturnacht" auf dem Südwestkirchhof geben, dem zweitgrößten Friedhof Deutschlands. Die Veranstaltung beginnt am 23. August um 18 Uhr. Auf rund 80 der insgesamt 206 Hektar Friedhofsfläche bieten dann 140 Künstler ihre Darbietungen feil. Zu den 25 Spielorten gehört unter anderem der Hauptweg, an dessen Trasse Schüler der Kreismusikschule Potsdam-Mittelmark musizieren werden, aber auch illuminierte Grabmale. So wird etwa in Lesungen, Gesangs- oder Theaterdarbietungen aus dem Leben Effi Briests sowie Heinrich Zilles wird in künstlerischen Darbietungen berichtet. Ein weiteres Highlight ist die Vorführung der Originalversion des Stummfilm-Klassikers "Nosferatu" von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1922.

Eine Veranstaltung mit Seltenheitswert - aus gutem Grund

Ganz nach dem Motto "Nur wer sich rar macht, ist interessant", erläuterte gestern Friedhofsdirektor und Fördervereinsvorsitzender Olaf Ihlefeldt bei der Programm-Pressekonferenz, weshalb seit der ersten Friedhofsnacht elf Jahre vergangen sind: "Die Veranstaltung soll etwas ganz Besonderes sein und stets ihren Reiz behalten, nicht etwa wie andere jährlich stattfindende Veranstaltungen im Umland. Außerdem ist die Organisation für den Verein unheimlich aufwändig", so Ihlefeldt. Daher werde es auch nach 2014 wieder eine ganze Weile dauern, bis das Event zurückkehrt. "Vielleicht noch einmal kurz vor meiner Rente", scherzte der 1967 geborene Direktor.
Die Gemeinde Stahnsdorf unterstützt die Kulturnacht, die im Rahmen des Veranstaltungskalenders "750 Jahre Stahnsdorf" einen wichtigen Platz einnimmt. "Die Gelegenheit ist selten, das Stahnsdorfer Kulturdenkmal Südwestkirchhof in dieser einmaligen Form einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Im Festjahr hat es sich einfach angeboten", sagt Bürgermeister Bernd Albers.

Tickets gibt es online, an Vorverkaufsstellen oder am Abend selbst

Vor elf Jahren kamen übrigens 3200 Besucher auf das parkähnliche Areal im Westen Stahnsdorfs. In diesem Jahr werden 4000 Karten angeboten. "Mehr geht aus Rücksicht auf den Park nicht", sagt Ihlefeldt. Tickets gibt es im Internet sowie an mehreren Vorverkaufsstellen zum Preis von 15 Euro zzgl. Vorverkaufsgebühr zu haben, unter anderem in den MAZ-Ticketerias in der Potsdamer Innenstadt sowie im Sterncenter, aber auch bei Hekticket am Berliner Alex und am Zoo. Für Kurzentschlossene werde es wie schon 2003 eine Abendkasse geben, bestätigte Ihlefeldt. Diese sei damals rege genutzt worden.
Wichtig sei zu betonen, so Ihlefeldt, dass bislang alle teilnehmenden Künstler auf ihre Gage verzichtet hätten. Damit ist es möglich, dass die Erlöse des Abends für einen guten Zweck verwendet werden. Im Vordergrund stehen dabei die Instandsetzung der von Vandalismus und Diebstahl betroffenen Grabmale und deren künftiger Schutz. Aber auch für die Restaurierung der auf dem gesamten Gelände verteilten historischen Schöpfbrunnen könne am Ende des Tages noch der eine oder andere Euro abfallen.

Sopranistin Ute Beckert als Effi Briest und Albrecht Hoffmann als Heinrich Zille gaben bei der Medienpräsentation des Kulturnacht-Programm einen Vorgeschmack auf das, was am 23. August auf dem teils illuminierten Friedhofspark folgen soll (Fotos: rei).